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Tagesmutter oder Kindermädchen – Was ist der Unterschied?

Egal ob Du Dich für einen Beruf in der privaten Kinderbetreuung interessierst oder eine Betreuungsperson für Deine Kinder suchst, bei Yoopies bist Du an der richtigen Adresse. Ob Kindermädchen oder Tagesmutter, Kita oder Großtagespflege, es gibt viele Möglichkeiten. Hier stellen wir Dir die Unterschiede der Berufsbilder des Kindermädchens, bzw. der Nanny – im Falle einer männlichen Betreuungsperson auch umgangssprachlich „Manny“ genannt - und Tageseltern vor.

Gemeinsam haben die Tätigkeitsfelder, dass es sich sowohl bei der Kinderfrau als auch der Tagesmutter um eine private, bezahlte Form der Kinderbetreuung handelt. In beiden Fällen geben die Eltern oder Erziehungsberechtigten die Kinder in die Obhut der Tageseltern oder Kindermädchen. Diese kümmern sich somit um die Kinder fremder Eltern, sorgen für das leibliche und seelische Wohl während der Betreuungszeit und übernehmen einen Teil der Bildung und Erziehung. Sie spielen mit den Kindern, füttern diese bzw. essen mit ihnen, wickeln und waschen die Kinder bei Bedarf. Je nach Alter der Schützlinge gehören auch Hausaufgaben, spielerisches Lernen und die Förderung sprachlicher und sozialer Kompetenzen in den Aufgabenbereich der Betreuungsperson. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf.

Die Liste der Unterschiede beider Berufsbilder ist deutlich länger:

Ort der Betreuung

Arbeitszeit

Alter und Anzahl der Kinder

Umfang der Aufgaben

Qualifizierung

Bezahlung

Versicherungen

Arbeitsstätte und Arbeitszeit

Der erste wirklich große Unterschied zwischen einer Tagesmutter und einer Nanny, bzw. einem „Manny“, ist der Ort der Betreuung. Während Tageseltern die Kinder im eigenen Zuhause oder speziell angemieteten Räumlichkeiten versorgen, arbeiten Kinderfrauen in der Regel im Haushalt der Eltern. Oftmals sind Kindermädchen sogar bei der Familie, für die sie arbeiten, wohnhaft. Hierfür stehen eigene Zimmer, Einliegerwohnungen oder Gästehäuser, je nach Wohnsituation der Arbeitgeber, bereit. In der heutigen Zeit wird es allerdings auch gestattet, dass die Nanny zu den Betreuungszeiten in den Haushalt kommt und ihre eigene Bleibe hat.

Während Tagesmütter ihre Arbeitszeiten selbst festlegen, sind Kinderfrauen in den meisten Fällen als Voll- oder Teilzeitkräfte angestellt. Inwiefern die Betreuung der Kinder auch am Wochenende oder nachts stattfindet, wird im Einzelfall vertraglich festgelegt. Der entscheidende Unterschied hier ist, dass Tagesmütter die Kinder nur für eine gewisse Zeit pro Tag betreuen und die Kinder danach in den elterlichen Haushalt zurückkehren, während ein Kindermädchen durchaus auch 24 Stunden am Tag verfügbar sein muss. Es wird häufig erwartet, dass die Kinderfrau bei Bedarf in den Urlaub oder auf Geschäftsreisen mitkommt und auch abends oder am Wochenende Arbeitsaufgaben übernimmt. Für Nannys in einem Angestelltenverhältnis gelten dennoch die üblichen arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen.

Alter und Anzahl der Kinder sowie Umfang der Aufgaben

Tagesmütter und -väter haben je nach landesgesetzlichen Bestimmungen bis zu 5 Kinder verschiedener Eltern in ihrer Obhut, während eine Nanny sich nur um die Kinder der Familie, für die sie tätig ist, kümmert. Die Anzahl der Kinder spielt hierbei keine Rolle. Bei dem Alter der zu betreuenden Kinder handelt es sich im Falle von Tageseltern meistens um Kleinkinder bis zur Einschulung. In seltenen Fällen werden auch Schulkinder am Nachmittag betreut. Ein Kindermädchen hingegen kümmert sich für gewöhnlich von Geburt an bis zum Jugendalter oder darüber hinaus um ihre Schützlinge. Oftmals sind im Haushalt der Familie mehrere Kinder, um die sie sich pädagogisch und pflegerisch kümmert. Im Gegensatz zu Tageseltern gehören darüber hinaus auch Arbeiten im Haushalt, wie Kochen, Putzen, Aufräumen der Kinderzimmer, Waschen der Bekleidung der Schützlinge und Einkäufe sowie die Betreuung von Haustieren und kleinere Arbeiten für die Eltern zu den Aufgaben der Kindermädchen.

Qualifizierung

Tagesmütter und Tagesväter brauchen nach § 43 SGB VIII (achtes Sozialgesetzbuch) eine Pflegeerlaubnis, wenn ein oder mehrere Kinder außerhalb der Wohnung der Eltern entgeltlich für einen längeren Zeitraum als 3 Monate betreut werden. Die Pflegeerlaubnis erhalten Tageseltern vom örtlichen Jugendamt. Mit dieser können bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut werden, je nach landesrechtlichen Regelungen und individuellen Voraussetzungen. 

Die Grundlage für die Erteilung der Pflegeerlaubnis ist die Feststellung der Eignung durch das Jugendamt. Dazu werden u. A. Hausbesuche gemacht und Einzelgespräche geführt. Außerdem muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt und ein Kurs zur Ersten Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern absolviert werden. Ohne pädagogische Vorbildung muss zudem ein Lehrgang besucht werden, der in der Regel 300 Unterrichtsstunden umfasst. Die Pflegeerlaubnis gilt für fünf Jahre.

Kindermädchen müssen im Gegensatz dazu laut Gesetz keine besondere Qualifikation aufweisen. In den meisten Fällen haben Nannys aber eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich der Kinderpflege oder Kindererziehung, wie z. B. als Erzieher/in, Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger, Kindergärtner/in oder Kinderpfleger/in. Alternativ können sich viele interessierte Männer und Frauen auch durch jahrelange Erfahrung als Tageseltern oder Babysitter mit entsprechend guten Referenzen etablieren und eine Anstellung als Nanny erhalten.

Bezahlung und Ausgaben

Während Tagesmütter für gewöhnlich selbstständig arbeiten und zum Teil, je nach landesrechtlichen Bestimmungen, sogar ein Gewerbe betreiben, sind die meisten Nannys Angestellte des Hauses.
Das bedeutet für die Tageseltern nicht nur, dass sie selbst Rechnungen schreiben müssen, sondern auch, dass sie alle Sozialabgaben und die Krankenversicherung selbst tragen müssen. Dazu kommen diverse Versicherungen und Ausgaben für den täglichen Arbeitsbedarf, Unterhaltskosten der Räumlichkeiten von Miete bis zu Strom und Wasser, Spielwaren, Bücher, kindersichere Einrichtung, Fahrtmöglichkeiten wie ein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel, etc. Der Verdienst von Tageseltern richtet sich stark nach der Anzahl der Betreuungsverträge, Arbeitsstunden, Ausgaben wie Steuerberater und Arbeitsbedarf, etc. Im Schnitt ist der Nettoverdienst bei voller Auslastung bei ca. 1.500 € im Monat anzusiedeln.

Nannys hingegen sind in den meisten Fällen in Voll- oder Teilzeit angestellt. Somit gelten für sie die üblichen arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen. Sozialabgaben und Krankenversicherung werden wie bei jedem Angestellten direkt vom Gehalt abgezogen und der Lohn ist festgelegt. Darüber hinaus fallen für Kindermädchen keine Ausgaben aus der eigenen Tasche für die Ausführung der Arbeit an. Einrichtung und Spielsachen werden von den Arbeitgebern bezahlt und häufig wird sogar ein Auto für Erledigungen oder ein Ticket für öffentliche Verkehrsmittel gestellt, die im besten Fall auch privat genutzt werden können. Zum einfachen Stundenlohn kommen oftmals noch Überstunden und Reisezuschläge, sowie Abend- und Wochenendboni dazu. Der Nettodurchschnittsverdienst beträgt in Vollzeit, je nach Qualifikation, Erfahrung und Ort ca. 1.500 € bis 2.500 € monatlich.

Versicherungen

Besonders wichtig für Tageseltern ist es, Versicherungen abzuschließen. Dazu gehören nicht nur die Kranken- und Sozialversicherungen, sondern auch eine gute Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherungen und sie müssen dafür Sorge tragen, dass das zuständige Jugendamt die zu betreuenden Kinder bei der Landesunfallversicherung anmeldet. Eine eigene Unfallversicherung, die die Tageseltern abdeckt, ist ebenso empfehlenswert.

Im Falle einer Anstellung, wie bei Nannys, werden die meisten Versicherungen vom Arbeitgeber erledigt. Sozial-, Renten- und Krankenversicherung laufen über die Gehaltsabrechnung und die Abgaben werden geteilt, wie bei jedem Angestellten. Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB VII) sind alle in Privathaushalten beschäftigten Personen unfallversichert, so auch das Kindermädchen, welches in die Kategorie der Haushaltshilfe fällt. Die Anmeldung übernimmt der Arbeitgeber. Eine gute Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung schaden aber auf keinen Fall und sollten auch von Nannys in Betracht gezogen werden.

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