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Alles wie bei Mary Poppins? Nanny als Beruf

Bild © Bruce Mars/Pexels.com

Ein Kindermädchen, auch Kinderfrau, Kinderfräulein oder Nanny genannt, ist eine häusliche Angestellte oder seltener eine selbstständige Unternehmerin, welche die Kinder einer Familie betreut. Zu den Aufgaben der Nanny gehören die Betreuung, Pflege und Erziehung der Kinder sowie die Begleitung in schulischen Angelegenheiten wie die Betreuung und Hilfestellung bei den Hausaufgaben und das Lernen des Schulstoffes. Früher wurden Kindermädchen oft als Muhme, Kindermagd oder Bonne bezeichnet, heute findet sich der Begriff „Manny“ im umgangssprachlichen Gebrauch für eine männliche Nanny.

Alles wie bei Mary Poppins - oder doch nicht?

Mary Poppins ist die wohl berühmteste Nanny der Welt, die mit viel Herz, Gesang und Abenteuergeschichten und einem magischen, fliegenden Regenschirm zwei Kinder ihrem viel zu beschäftigten Vater näherbringt. Auch wenn in den Disney-Filmen, die auf den Mary Poppins Romanen von P. L. Travers basieren, ein Fünkchen Wahres steckt, ganz so sieht der Arbeitsalltag eines Kindermädchens nicht aus.

Die Aufgaben einer Nanny

Der Arbeitsumfang eines Kindermädchens ist von Fall zu Fall unterschiedlich und wird jeweils vertraglich festgelegt. Zu den üblichen Aufgaben zählen:

Die Betreuung der Kinder.

Kochen für die Kinder, nach Absprache auch für die ganze Familie.

Hausaufgaben und lernen, im Einzelfall auch das Unterrichten einer Fremdsprache.

Erziehen der Kinder, oftmals auch das Vorbereiten auf gesellschaftliche Pflichten.

Hol- und Bringdienste – Schule, Sport, Musikunterricht etc.

Einkäufe und Erledigungen für die Kinder und nach Absprache für die gesamte Familie.

Aufräumen der Kinderzimmer, nach Vereinbarung auch die Reinigung des gesamten Haushalts.

Waschen der Kinderkleidung, je nach Vertrag auch das Waschen der elterlichen Kleidung und Haushaltswäsche.

Versorgung der Haustiere.

Betreuung auf Reisen, Nacht- und Wochenenddienste.

Spielen und Freizeitaktivitäten.

Wie eingangs bereits erwähnt ist es die Hauptaufgabe des Kindermädchens, sich um die Kinder einer Familie zu kümmern. Im Gegensatz zu einer Tagesmutter findet die Betreuung aber im Haushalt der Familie und nicht in eigenen Räumlichkeiten statt. In früheren Zeiten war es üblich, dass die Kinderfrau im Haushalt der Familie lebte. Heutzutage gibt es aber auch Formen der Nanny, die nur zu den Arbeitszeiten anwesend ist und ansonsten eine eigene Bleibe hat. Inwiefern Nachtdienst, Wochenendarbeit und eine Betreuung auf Reisen der Familie in den Aufgabenbereich der Nanny fallen, wird im Einzelfall vertraglich geregelt. Jedoch ist es keine Seltenheit, dass dies von einem Kindermädchen erwartet wird.

Neben der Betreuung der Kinder und der Sorge um das seelische und leibliche Wohl, fallen auch die Hilfe bei der Erziehung und Bildung in den Aufgabenbereich von Kinderfrauen oder Kindermännern. Das kann von spielerischer, frühkindlicher Bildung und dem Stärken von sozialen Kompetenzen bis hin zur Hilfestellung bei Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Prüfungen reichen. Fremd- oder mehrsprachigen Kindermädchen wird zudem oftmals auch das Lehren einer Fremdsprache zur Aufgabe gegeben.

Bring- und Holdienste, wie beispielsweise zur und von der Schule, Sport oder Musikunterricht sowie Erledigungen für die Kinder und das Aufräumen der Kinderzimmer sind ebenso ein Bestandteil der täglichen Aufgaben einer Nanny. Zusätzlich hilft das Kindermädchen häufig auch bei allen anfallenden Arbeiten im Haushalt. Sie wäscht z. B. die Wäsche der Familie, kümmert sich um die Haustiere und Blumen, erledigt Einkäufe und Botengänge und putzt die Wohnung oder das Haus. Diese Aufgaben, die nicht direkt die Kinderbetreuung betreffen, unterscheiden das Berufsbild der Kinderfrau von dem der Tagesmutter. Inwiefern solche zusätzlichen Aufgaben Teil der Arbeit sind, wird ebenso im Einzelfall vertraglich festgelegt.

Arbeitszeiten und berufliches Verhältnis eines Kindermädchens

Die Arbeitszeiten von verschiedenen Kinderfrauen könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Je nach Bedarf der Familie können diese von Teilzeit bis Vollzeit reichen. Manche Familien benötigen die Nanny auch nachts und über die Wochenenden, während andere lediglich die eigene Arbeitszeit unter der Woche überbrücken müssen. Eine gewisse Reisebereitschaft wird häufig vorausgesetzt, sodass die Kinder auch in den Ferien oder bei geschäftlichen Reisen der Eltern betreut werden. Ebenso fallen oftmals Überstunden an sowie die Arbeit an Wochenenden und nachts. Inwiefern diese extra vergolten werden, wird im Einzelfall festgelegt. Dies sind Punkte, die in jedem Vertrag geregelt werden sollten, um später Unstimmigkeiten zu meiden.

In den meisten Fällen sind Nannys Angestellte des Hauses, die ein festes Gehalt und eventuelle Boni erhalten. Sie unterstehen somit auch den üblichen arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen. Sie haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, je nach Krankenversicherung haben sie zudem Anspruch auf Krankentagegeld, Mutterschaftsgeld und Krankengeld im Fall eines längeren, krankheitsbedingten Ausfalls. Des Weiteren sind sie wie jeder Angestellte auch sozial- und rentenversichert und der Arbeitgeber übernimmt den üblichen Anteil zur gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Unfallversicherung für Arbeitsunfälle besteht ebenso über den Arbeitgeber. Als Angestellte haben Nannys zudem einen Anspruch auf Mutterschutz und Elternzeit.

In der heutigen Zeit kommt es auch immer häufiger vor, dass die Nanny selbstständig auf Rechnung arbeitet. In diesem Fall werden die Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit und Aufgaben zwar auch vertraglich geregelt, aber um Sozial- und Krankenversicherung, sowie die Unfallversicherung muss sich das Kindermädchen selbst kümmern. Es besteht kein gesetzlicher Kündigungsschutz, kein Anspruch auf bezahlten Urlaub, keine Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall und kein Anspruch auf Elternzeit. Ob Krankengeld oder Mutterschaftsgeld bezahlt werden, hängt von der Art der Krankenversicherung ab.

Welche Qualifizierung wird benötigt?

Im Gegensatz zu Tagesmüttern müssen Kindermädchen keinerlei Qualifizierung aufweisen. In vielen Fällen handelt es sich aber um Quereinsteiger, die eine abgeschlossene Ausbildung oder sogar ein Studium im sozialen Bereich verweisen können. Das Spektrum reicht von Kindergärtner/innen über Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpflegern bis hin zu Erzieher/innen und Absolventen eines Sozialpädagogik Studiums. Aber auch die Qualifikation zur Tagesmutter über das Jugendamt und die entsprechende Pflegeerlaubnis werden häufig von den Arbeitgebern akzeptiert. Jahrelange Berufserfahrung mit entsprechend guten Referenzen sind ebenfalls denkbar für den Einstieg in den Beruf als Kindermädchen. Quereinsteiger ohne Erfahrung oder Vorbildung kommen hingegen nur selten vor.

Was verdient man als Nanny?

Die Frage, die sich Interessierte natürlich stellen, ist der Verdienst eines Kindermädchens. Dieser hängt sehr stark von diversen Faktoren ab:

Art des Vertrages, angestellt oder selbstständig,

Arbeit am Wochenende und Nachtschichten,

Reisebereitschaft,

Anzahl der zu betreuenden Kinder,

Wohnort,

Monatliche Arbeitszeit,

Erfahrung und Referenzen.

Im Schnitt kann man als Kindermädchen in Vollzeitanstellung mit einem Nettoverdienst von ca. 1.500 € bis 2.500 € rechnen. Überstunden, Wochenend- und Nachtzuschläge sowie Reiseboni können je nach Vertrag zusätzlich vergütet werden. Auch als selbstständige Nanny kann sich der Nettoverdienst in diesem Bereich ansiedeln. Allerdings muss man vorab gut durchrechnen welche zusätzlichen Ausgaben anfallen um einen entsprechend guten Bruttostundensatz anzuschlagen.

In beiden Fällen ist es zudem sinnvoll, eine gute Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, die ebenfalls mit einberechnet werden muss. Darüber hinaus sollte ein guter Vertrag für ein Kindermädchen, egal ob selbstständig oder angestellt, mehrere Seiten umfassen und alle Eventualitäten abdecken. Dazu gehören Boni für Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit, die Begleitung auf Reisen und gegebenenfalls Kost und Logis, sowie wie der Urlaubsanspruch. Auch als selbstständige Kinderfrau sollten Sie sich einen gewissen Urlaub - bezahlt oder unbezahlt - zusichern lassen. Jedwede Aufgaben sollten ebenso vertraglich geregelt sein wie Krankheit, Arbeitsausfälle mit Schuldlast auf der Seite des Arbeitgebers sowie Kündigungsfristen. Da diese für Selbstständige nicht gesetzlich geregelt sind, empfiehlt es sich besonders diese in den Vertrag mit aufzunehmen.

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