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Als Au-pair die Welt entdecken – Was gehört alles dazu?

Bild © Christian Mukala/Unsplash.com

Die Welt bereisen, fremde Kulturen kennenlernen und Sprachen lernen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen, klingt verlockend. Als Au-pair kann man dies alles machen, aber es ist nicht alles nur Spaß und Sonnenschein. Jedem Au-pair-Mädchen oder Au-pair-Jungen steht auch viel Arbeit bevor.

Was ist ein Au-pair?

Als Au-pair bezeichnet man junge Erwachsene und je nach Gesetzeslage einzelner Staaten auch Jugendliche, die zumeist im Ausland gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld die Kinder einer Gastfamilie betreuen und dort ihre eigenen Sprachkenntnisse verbessern und die Kultur des Gastlandes oder der Gastregion kennenlernen.

Bereits im 18ten Jahrhundert schickten wohlhabende Familien in der Schweiz ihre Töchter in andere, meist fremdsprachige Kantone, damit sie dort die Sprache lernten und Erziehung und Bildung erhielten und lernten, wie man sich richtig um Kinder kümmert. Heutzutage findet man Au-pairs in jeder Gesellschaftsschicht und in deutlich mehr Ländern. Die Entscheidung als Au-pair ins Ausland oder eine andere Region des eigenen Landes zu gehen treffen die jungen Erwachsenen jetzt selbst und Au-pair-Programme sorgen sich um die Vermittlung von Au-pairs und Familien.

Was sind die Voraussetzungen um als Au-pair ins Ausland gehen zu können?

Je nach Gastland ist die Gesetzeslage unterschiedlich. Vom Mindestalter über die Ausbildung bis hin zum Visum gelten in jedem Land andere Bestimmungen. Daher ist es sinnvoll sich bei einem Au-pair-Programm vorab zu informieren welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Auch die Gastfamilien sollten dies tun, denn auch für sie gibt es Regeln, die zu beachten sind.

Um als Au-pair z. B. in die Vereinigten Staaten von Amerika zu gehen, musst Du Dich mit einer lokalen Agentur in Verbindung setzen, die mit einer Agentur in den USA zusammenarbeitet. Auf einem anderen Weg ist die Vermittlung nicht möglich. Ohne Agentur kannst Du das benötigte J-1 Visum nicht erhalten und nicht legal in die USA als Au-pair einreisen.

Weitere Anforderungen an Au-pairs in den USA sind:

Alter: 18 - 26 Jahre

Gutes Verständnis der englischen Sprache

Nicht verheiratet, keine Kinder

Gute Gesundheit, keine schweren chronischen Krankheiten

Nichtraucher

Der Mindestaufenthalt bei einer Familie beträgt 1 Jahr.

Erfahrung in der Kinderbetreuung von mindestens 200 Stunden innerhalb der letzten 2 Jahre

Internationaler Führerschein, Versicherung und Fahrerfahrung.

Einwandfreies Führungszeugnis.

Keine psychologische Behandlung bis dato.

Auch hier unterscheiden sich einige Voraussetzungen von Staat zu Staat. Eine Agentur wird Dir genau sagen können, ob Du in Deinem Wunschstaat einen internationalen Führerschein benötigst, oder welche Versicherungen Du abschließen musst.

Im Gegensatz dazu sind die Anforderungen für China etwas anders, wie z. B.:

Alter: 18 - 29 Jahre

Bildung: Schulabschluss

Sprachkenntnisse: Gute Englischkenntnisse

Ledig, keine Kinder

Gute Gesundheit

Sauberes polizeiliches Führungszeugnis

Je nach Länge des Aufenthaltes F-Visum oder X-Visum

Gültiger Reisepass

Für die Beantragung des Visums benötigst Du den Einladungsbrief der Gastfamilie und einen beidseitig unterschriebenen Au-

pair-Vertrag.

Für ein X-Visum ist die Einschreibung an einer chinesischen Universität für einen Kurs von Nöten.Alter: 18 - 29 Jahre

Für Reisen nach Hongkong oder Macao während des Aufenthaltes in China muss ein Doppelreisevisum beantragt werden. Dies solltest Du also vorab schon mit einplanen. Auch hier kann Dir eine gute Agentur sicher weiterhelfen.

In Neuseeland ist es zum Beispiel eine Grundvoraussetzung, dass Du mindestens 4200 NZ$ Guthaben auf Deinem Konto nachweisen musst, was in etwa 2500 € entspricht, und genug Geld für das Visum und das Flugticket hast.

Die Sprachkenntnisse, die benötigt werden, sind in jedem Land unterschiedlich. Zum Teil reichen gute Englischkenntnisse, andere Länder verlangen mindestens Grundkenntnisse der Landessprache. In der Schweiz ist die Landessprache abhängig von dem Kanton, in welches Du möchtest. Welche Sprachkenntnisse in welchem Land vorausgesetzt werden, ob Du ein Zertifikat brauchst und wo Du es bekommst, kann Dir eine gute Au-pair-Agentur sagen.

Erkundige Dich zudem vorab darüber, ob es Pflichtimpfungen für Dein Reiseland oder Länder, die Du durchreist, gibt. Die meisten Impfungen kann Dein Hausarzt vornehmen. Auch über empfohlene Impfungen solltest Du Dich rechtzeitig informieren. Achte auch darauf die Impffristen einzuhalten. Für eine Gelbfieberimpfung musst Du zu einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle. Die Impfung muss im internationalen Impfausweis dokumentiert werden, für alle anderen Impfungen reicht Dein gelber Impfpass. Solltest Du aus medizinischen Gründen bestimmte Impfungen nicht bekommen dürfen, kannst Du eine Befreiung erhalten, diese wird allerdings nicht in jedem Land anerkannt. Daher ist es unerlässlich, sich rechtzeitig über Impfpflichten zu informieren, um eine problemlose Einreise zu gewährleisten.

Bild © Jimmi Tofthøj/Unsplash.com

Die Aufgaben eines Au-pairs

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Au-pairs ist die Unterstützung der Gasteltern bei der Betreuung deren Kinder. Da Au-pairs für gewöhnlich keine pädagogische Ausbildung haben, kann nicht erwartet werden, dass diese eine hochqualitative Kinderbetreuung bieten. Vielmehr geht es darum die Eltern zu unterstützen, mit den Kindern zu spielen, sie zur Schule und zu Freizeitaktivitäten zu bringen und gelegentlich als Babysitter zu fungieren. Ebenso fallen leichte Hausarbeiten in den Aufgabenbereich eines Au-pairs, wie zum Beispiel die Zubereitung von Mahlzeiten und leichte Aufräumarbeiten. Allerdings ist ein Au-pair keine Haushalts- oder Putzhilfe, kein Sprachlehrer und auch kein Tiersitter, Alten- und Krankenpfleger, Gärtner und keine Arbeitskraft im familiären Betrieb.

Die Arbeitszeit richtet sich nach den Bedürfnissen der Gastfamilie und beträgt im Durchschnitt 25 - 35 Stunden die Woche, inklusive der Arbeitszeit als Babysitter. In den USA sind bis zu 45 Stunden die Woche üblich. Es sollte mindestens ein Tag in der Woche frei und zur freien Gestaltung des Au-pairs sein. Natürlich kann es vorkommen, dass die Gastfamilie in einer Woche mehr Hilfe benötigt, und das Au-pair dafür in der nächsten Woche 2 Tage freibekommt. Das kann flexibel abgesprochen werden, jedoch solltet Ihr darauf achten, dass es immer einen Freizeitausgleich für Mehrarbeit gibt.

Bezahlung und Unterkunft

Als Au-pair verdient man so gesehen kein Geld. Du bekommst Kost und Unterkunft gestellt und dazu ein ortsübliches Taschengeld. Dieses sollte mindestens 50 € pro Woche betragen. Das Taschengeld steht Dir zur freien Verfügung und kann für Freizeitaktivitäten oder Sprachkurse ausgegeben oder gespart werden. Der Anspruch auf Taschengeld besteht auch im Krankheitsfall. Wie viel hier genau angemessen ist kann Dir jede gute Au-pair-Agentur sagen. Die Gastfamilie darf von Dir keine Miete oder Essensgeld verlangen und Dein Zimmer sollte mindestens 9 m² groß sein, Fenster haben und abschließbar sein. Die Mahlzeiten werden gemeinsam mit der Familie eingenommen.

Generell ist das Au-pair für die Reisekosten selbst zuständig, aber es kommt immer wieder vor, dass die Gastfamilie sich daran beteiligt. Dies müsstet Ihr im Einzelfall abklären.

Als Au-pair hast Du einen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Sofern es in Deinem Gastland keine gesetzlichen Regelungen gibt, beträgt dieser 4 Wochen bei einem 12-monatigen Aufenthalt.

Neben dem Anspruch auf bezahlten Urlaub hast Du auch einen Anspruch darauf, einen Sprachkurs besuchen zu können. Bei einem theoretisch-systematischen Sprachunterricht von mindesten 10 Wochenstunden im Durchschnitt, besteht darüber hinaus auch weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Wenn Du Kurse, die als Vorbereitung auf Fremdsprachentests für die Zulassung zum Studium nötig sind oder eine zwingende Voraussetzung für eine Ausbildung sind, belegst, hast Du ebenfalls einen Anspruch auf Kindergeld. Hier solltest Du Dich vorab genau bei der Kindergeldstelle informieren.

Au-pair-Versicherung

Wenn Du als deutsches Au-pair ins Ausland möchtest, solltest Du auf jeden Fall eine Au-pair-Versicherung abschließen. Diese sollte eine Krankenversicherung, inkl. der Deckung aller Behandlungskosten im Ausland beinhalten, sowie eine Unfall- und Haftpflichtversicherung. Vorerkrankungen und Vorsorgeuntersuchungen werden für gewöhnlich nicht mitversichert. Dementsprechend solltest Du rechtzeitig vor der Abreise nochmal zum Hausarzt und zum Zahnarzt gehen. Achte zusätzlich beim Abschluss einer Versicherung darauf, dass Dein Rücktransport oder die Anreise von Verwandten im schweren Krankheitsfall übernommen werden. Diese Versicherung ist auch für einen Au-pair-Aufenthalt innerhalb der EU empfehlenswert, da Du über Deine gesetzliche Krankenkasse im EU-Ausland nur in Notfällen versichert bist. Zudem behandeln viele Krankenhäuser und Ärzte nur noch gegen Vorkasse und rechnen nicht direkt über die EU-Versichertenkarte ab. Ein medizinisch notwendiger Rücktransport wird von den gesetzlichen Kassen generell nicht erstattet.

Erkundige Dich zudem genau in welchen Ländern Du eine spezielle Versicherung zum Autofahren benötigst. Eine gute Au-pair-Agentur kann Dir in allen Fragen zur Versicherung weiterhelfen. Besonders in der USA ist eine Krankenversicherung mit einer sehr hohen Versicherungssumme notwendig, da die Kosten für eine Behandlung dort extrem hoch sind. Die Kosten für die Krankenversicherung in den Vereinigten Staaten von Amerika übernimmt die Gastfamilie.

Vermittlung

Für die Vermittlung von Au-pairs gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kannst Du Dich selbst mit potenziellen Gastfamilien in Verbindung setzen und alle Einzelheiten selbst besprechen. Dies ist allerdings nicht für jedes Land möglich. Für das Visum und die Einreise in die USA wird z. B. die Vermittlung über eine Agentur zwingend vorgeschrieben.

Unterschiede zwischen Au-pair-Agenturen:

Incoming-Agenturen sind Agenturen, die Au-pairs aus dem Ausland nach Deutschland vermitteln.

Outgoing-Agenturen sind Agenturen, die deutsche Au-pairs ins Ausland vermitteln.

Agenturen mit Sitz in Deutschland: Für diese Agenturen gilt deutsches Recht, die Vertragssprache ist Deutsch und der Gerichtsstand ist Deutschland.

Agenturen ohne Sitz in Deutschland: Hier gilt das Landesrecht der Agentur, die Vertragssprache ist die Landessprache und der Gerichtsstand ist zumeist ebenso im Ausland.

Full-Service-Agenturen kümmern sich nicht nur um Deine Vermittlung als Au-pair, sondern stehen Dir auch während des gesamten Aufenthaltes bei allen Fragen zu Seite. Sie arbeiten oft mit Partneragenturen in Deinem Gastland zusammen und helfen Dir zudem dabei, die Einreiseformalitäten zu erledigen, die richtige Versicherung zu finden und stehen Dir im Zweifelsfall auch bei Unstimmigkeiten mit Deinen Gasteltern zur Seite. Die Kosten belaufen sich in etwa bei 250 € – 1500 €.

Matching-Agenturen sind vornehmlich für eine Kontaktaufnahme zwischen Au-pairs und Gastfamilien zuständig. Oftmals bleibt eine weitere Betreuung oder Beratung aus. Die Arbeit der Matching-Agenturen ist bei Vertragsabschluss beendet und eine Betreuung während Deines Aufenthaltes findet nicht mehr statt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 25 € - 50 €.

Erkundige Dich am besten bei mehreren Agenturen über Kosten und Leistungen und entscheide dann, was für Dich am ehesten Sinn macht.

Bei Yoopies kannst Du Deine Erfahrungsstunden, die Du als Au-pair benötigst, ganz einfach sammeln. Durch die Anmeldung bei uns kannst Du mit Eltern in Kontakt treten, die beispielsweise Babysitter suchen. Mit bereits vorhandener Au-pair Erfahrung kannst Du natürlich auch weiterhin Deine Dienste zur Kinderbetreuung hier anbieten.

Wir wünschen Dir einen guten Start in Dein Abenteuer als Au-pair!

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