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Waldkindergarten, Montessori & Co.: Welche ist die richtige Kita für mein Kind?

Bild © pexels.com

Kinder zwischen 1 und 6-7 Jahren besuchen früher oder später einen Kindergarten. Dafür suchen ihre Eltern nach einer Kita, die möglichst das heimische Erziehungskonzept tagsüber fortführt und die Kinder in ihrem Sinne betreut und erzieht. Es gibt mittlerweile zahlreiche Konzepte, nach denen Kitas arbeiten können. Um eine Übersicht über die Ideen, die Ausrichtung und die Tagesgestaltung zu bekommen, stellen wir Ihnen im Folgenden die häufigsten Kita-Konzepte vor.

Hinter dem Montessori-Konzept steht eine Bildungs-Methodik, die Kindern einen Raum für freie Entscheidungen schaffen möchte. Das selbstständige Denken und Handeln soll gefördert werden. In der Kita arbeiten die Erzieher sehr viel mit Sinnesmaterialien, um die sinnliche Erfahrung der Kinder zu fördern. Die Erzieher stellen sich nicht mahnend über die Kinder, sondern verstehen sich als gleichberechtigte Partner und Partnerinnen, die die Kinder im Alltag und bei der Beobachtung begleiten. Das Konzept ist bereits über 100 Jahre alt und wurde von Maria Montessori entwickelt. Es wurde erstmals 1907 in einer Kita angewendet.

• Das Montessori-Konzept in der Praxis

Im Kita-Alltag wird sehr viel Rücksicht auf die Persönlichkeit des Kindes und seine Interessen genommen. Das Kind bestimmt selbst, was und in welcher Geschwindigkeit es lernt. Es wird beispielsweise nicht gezwungen, an einem Gruppenspiel teilzunehmen, wenn es lieber für sich allein spielen möchte. Zu den Spielzeugen gehören unter anderem Geräuschdosen und Farbtafeln. Sie werden in Regalen nach Bereichen sortiert, so dass Kinder frei daraus wählen können.

• Wie ist die Ernährung im Montessori-Kindergarten?

Hinter Montessori steht kein bestimmtes Ernährungskonzept. Die Kitas entscheiden selbst, wie sie die Versorgung der Kinder gestalten.

In einem Waldkindergarten halten sich die Kinder ausschließlich in der Natur auf. Es gibt keine sterilen Kita-Räume und keine Spielkisten mit blinkendem Plastikspielzeug. Stattdessen erleben die Kinder Tiere und Pflanzen hautnah und bekommen ein besonders Gespür für die Jahreszeiten. Das Konzept ist in den 50ger Jahren in Dänemark entstanden. Durch den ständigen Aufenthalt an der frischen Luft soll das Immunsystem der Kinder gestärkt werden. Sollte es zu nass oder zu kalt draußen sein, haben viele Waldkindergärten kleine Hütten oder Bauwagen in der Nähe, in die sich die Gruppe zurückziehen kann.

• Das Konzept des Waldkindergartens in der Praxis

Der Alltag im Waldkindergarten wird geprägt von viel Bewegung an der frischen Luft und einem ganzheitlichen Lernen. Gespielt wird ausschließlich mit Naturmaterialien. Es werden Geschichten vorgelesen, mit den Materialien der Natur gebastelt, gesungen und gelernt. Wie viele Kastanien liegen hier? Was isst ein Eichhörnchen? Die Kinder sind ständig in Bewegung und erwerben ein besonderes Umweltbewusstsein.

• Wie ist die Ernährung im Waldkindergarten?

Jeder Waldkindergarten gestaltet sein Ernährungskonzept selbst. In der Regel wird großen Wert auf gesunde Bio-Kost mit Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte gelegt. In vielen Waldkindergärten werden die Kinder ganz selbstverständlich in die Zubereitung der Mahlzeiten einbezogen.

Das Konzept der Waldorfpädagogik stammt von Rudolf Steiner und kann am besten auch mit seinen eigenen Worten beschrieben werden: „[Kinder] in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen“. Waldorf ist nicht nur ein Kindergartenkonzept, sondern eine Lebenseinstellung. Sie assoziiert Jute-Kleidung und Filzspielzeug, ist jedoch noch viel mehr.

• Das Waldorf Konzept in der Praxis

Bei der Waldorf-Pädagogik gehen Eltern und Erzieher ganz besonders auf die natürliche Auffassungsgabe des Kindes ein. Ein Kind lernt durch Beobachtung. Daher wird in einem Waldorf-Kindergarten die Umgebung des Kindes so gestaltet, dass es in und von dieser Umwelt lernen und sie nachahmen kann. Kinder sollen in der Kita zweckfrei spielen mit einfachen Spielzeugen, deren Sinn und Funktion sie schnell verstehen können. Aus diesem Grund sind Holzspielzeuge, Tücher, Püppchen oder Naturmaterialien aus der Sicht der Waldorf-Pädagogik so gut geeignet für Kinder. Die Kinder reifen durch die eigene Erfahrung, die sie beim Spiel machen.

• Wie ist die Ernährung im Waldorf-Kindergarten?

Die Ernährung im Waldorf-Kindergarten ist ausgewogen und gesund. In vielen Kitas steht jeder Tag der Woche für ein Getreide. Montag ist beispielsweise Reis-Tag. Am Morgen gibt es Milchreis und zum Mittag ein Reisgericht. Am Nachmittag werden Reiskekse mit Früchten zubereitet.

Ein spielzeugfreier Kindergarten bedeutet nicht automatisch, dass es dort kein Spielzeug gibt und Kinder sich den gesamten Tag langweilen. Vielmehr lehnt die Pädagogik in dieser Kita das Spiel mit Konsumgütern und Fertigprodukten ab. Konsum-Spielzeug dient aus der Sicht dieser Pädagogik dazu, Frust zu bewältigen und Bedürfnisse zu stillen und fördert dadurch eine vorprogrammierte Spielsucht. Wichtiger ist, dass das Spiel von kindlichen Bedürfnissen und Fantasien gesteuert und nicht durch die Spielwarenindustrie vorgegeben wird.

• Das Konzept des spielzeugfreien Kindergartens in der Praxis

Bei diesem Konzept sind im besonderen Maße die Erzieher gefordert. Sie schaffen neue Erfahrungsräume und gestalten den Tag durch Erzählungen, Rollenspiele und Spaziergänge. Spielzeugfrei heißt nicht konsequent die Abwesenheit jeglichen Spielzeugs. Vielmehr wird zwischen sinnvollem und sinnfreiem Spielzeug unterschieden. In vielen spielzeugfreien Kindergärten sind beispielsweise Malsachen oder auch Naturmaterialien als Spielzeug vorhanden

• Wie ist die Ernährung in einem spielzeugfreien Kindergarten?

Über das Ernährungskonzept entscheidet jeder spielzeugfreie Kindergarten individuell.

Im Freinet-Kindergarten stehen die Persönlichkeitsentfaltung und die Förderung der Selbstständigkeit der Kinder im Vordergrund. Arbeit und Spiel sollen kombiniert werden. Daher gibt es in jedem Freinet-Kindergarten Werkstätten, Ateliers und Forschungslabore sowie Töpfereien. Dabei ist der Weg das Ziel. Es geht nicht darum, eine perfekte Designer-Schale zu töpfern, sondern den Umgang mit den Materialien zu spüren und bestenfalls einen Weg zu finden, selbstständig ans Ziel zu kommen.

• Das Konzept des Freinet-Kindergartens in der Praxis

Kinder sollen der Natur und ihrer Verantwortung für Menschen und Umwelt kritisch begegnen. Daher bestimmt nicht der Erzieher zu Tagesbeginn, was tagsüber gemacht werden soll, sondern alle besprechen die Tagesgestaltung in einem morgendlichen Sitzkreis. Jeder kann eigene Ideen und Anregungen aufnehmen. Regelmäßig werden Kinderkonferenzen einberufen, in denen Kinder über wichtige Themen mitbestimmen dürfen. Die Erzieher sind angehalten, in Spielsituationen wie dem Toben nicht einzugreifen. Spiel- und Lernmaterialien sind für alle Kinder jederzeit frei zugänglich.

• Wie ist die Ernährung im Freinet-Kindergarten?

Über die Art der Ernährung entscheidet die Kita selbstständig.

Neben diesen unterschiedlichen Kitas, die wir Ihnen in kompakter Form vorgestellt haben, gibt es noch eine ganze Reihe weiterer pädagogischer Konzepte. In einem Reggio-Kindergarten setzt die Pädagogik auf die Kreativität und den natürlichen Forschungsdrang der Kinder. Die Tagesgestaltung ist eher intuitiv und die Erzieher reagieren auf Fragen und Wünsche der Kinder. In einer Pestalozzi-Kita sollen die schöpferischen Kräfte der Kinder gefördert werden. Jedes Kind wird in seinem individuellen Entwicklungsstand im Hinblick auf seine handwerklichen, intellektuellen, sittlichen und religiösen Fähigkeiten gefördert.

Für welches der vielen Konzepte sich Eltern entscheiden, hängt am Ende davon ab, womit sie sich am besten identifizieren können und was ihnen in ihrer eigenen Erziehung wichtig ist. Denn am Ende kann jedes pädagogische Konzept nur dann greifen, wenn es auch zuhause gelebt wird.  

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