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Babymassage: Die gesunde und beziehungsfördernde Entspannung für Mutter und Kind

Bild © Daniel Reche/Pexels.com

Neugeborene sind besonders empfänglich für Berührungen und Körperkontakt. Eine Babymassage entspannt das Baby und fördert auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind, erzeugt Geborgenheit, Ruhe und Harmonie. Vielen Müttern hilft die Babymassage auch, das Kind in der ersten Zeit besser kennenzulernen und auf seine Bedürfnisse zu hören. Wir informieren dich in diesem Beitrag darüber, wie du eine Babymassage lernen kannst, welche Massagetechniken es gibt und welche positiven Veränderungen du dadurch für dein Kind aber auch für dich selbst erreichen kannst.

Warum die Babymassage so gut für dich und dein Kind ist

Eine Babymassage hilft vor allem Babys, die unruhig sind, unter Bauchkrämpfen oder einer Überreizung durch die vielen neuen Eindrücke leiden. Sie kommen aus einer vollständigen reizarmen, schwerelosen Umgebung im Mutterleib und müssen sich nun in einer neuen und andersartigen Umgebung zurechtfinden. Die sanften Berührungen helfen dem Kind dabei, sich ganz auf den eigenen Körper zu konzentrieren und Sicherheit und Vertrauen zu gewinnen. Dadurch kommen nervöse Babys schneller zur Ruhe und schlafen in der Nacht erholsamer.

Es ist wissenschaftlich sogar nachgewissen, dass Babys durch die Massage Entspannungshormone ausschütten und dadurch ein tiefes Wohlergehen erfahren. Viele Mütter berichten davon, dass Babys, die regelmäßig massiert werden, weniger schreien. Wenn Babys unter Bauchkrämpfen und Koliken leiden, fördern die massierenden Bewegungen die Darmtätigkeit und nehmen dem Neugeborenen die Schmerzen.

Du kannst dich während der Babymassage ganz auf dich und dein Kind konzentrieren – der Haushalt und das Telefon können warten. Diese Zeit gehört nur euch beiden und ihr könnt sie dazu nutzen, euch gegenseitig ganz genau kennenzulernen.

Für welches Alter eignen sich Babymassagen?

Mamas und Papas können mit der Babymassage beginnen, wenn der Nabel abgeheilt ist – etwa 6 bis 10 Wochen nach der Geburt. Es reichen zunächst ein paar Minuten aus, damit das Baby die Massage kennenlernt. Die Empfehlung für Babys mit 6 Monaten lautet, sie nicht länger als 20 Minuten zu massieren. Länger können sich die Kinder noch nicht auf die Berührungen konzentrieren. Mit Beginn des Krabbelalters sollten die Massage-Einheiten dann kürzer werden, weil in dieser Zeit ein starker Bewegungsdrang einsetzt.

Tipps für eine entspannende Babymassage

Kinderärzte empfehlen, dass Mütter und Väter vorab einen Kurs belegen, um die Techniken der Babymassage richtig zu erlernen. Die Knochen und die Wirbelsäule von Neugeborenen sind noch sehr empfindlich und du solltest die richtigen Griffe kennen, um sie nicht zu verletzen. Die Kurse werden in allen größeren Städten entweder in Krankenhäusern, von Hebammen oder ausgebildeten Masseurinnen angeboten. Wir haben dir darüber hinaus die wichtigsten Informationen und Tipps zur Babymassage zusammengestellt.

Die richtige Umgebung schaffen

Ein Baby nimmt seine Umgebung ganz intensiv über seine Sinnesorgane wahr: Gerüche, die Raumtemperatur, das Licht und die Geräusche in einem Raum sind entscheidend dafür, ob ein Baby sich fallenlassen und entspannen kann. Richte dir für die Babymassage einen Ort ein, an dem du es richtig warm machen und das Licht dämmen kannst. Du kannst während der Massage ganz leise Musik laufen lassen und ein Massageöl mit ätherischen Düften verwenden, das für Babys geeignet ist. Vielleicht hast du auch eine Rotlichtlampe, die du für die Babymassage anschalten kannst.

Den passenden Zeitpunkt wählen

Mit der Zeit entwickelt dein Baby einen Rhythmus und du kannst abschätzen, wann es müde oder hungrig ist. Wähle einen Zeitpunkt nicht direkt nach dem Stillen aber mit einem Zeitpuffer vor der nächsten Mahlzeit. Außerdem sollte das Baby für die Massage ausgeschlafen sein.

Babyöl vorher anwenden

Kaltes Öl auf der Haut kann die Massage beenden, bevor sie begonnen hat. Wärme das Babyöl vor der Massage unbedingt auf und verwende ausreichend Öl, damit kleine Hautfältchen nicht ausversehen eingeklemmt werden.

Die richtige Position wählen

Das Baby wird entweder auf dem Boden auf einer weichen Unterlage oder deinen Knien massiert. Es sollte dich während der Massage immer ansehen können.

Baby nackt massieren

Für die Babymassage darf das Kind einmal alles ausziehen – auch die Windel. Du kannst ein weiches Handtuch unterlegen, damit kleine Missgeschicke nach der Massage schnell beseitigt werden können.

Bild © Pixabay/Pexels.com

Die verschiedenen Techniken für eine wohltuende Babymassage

Es gibt ganz unterschiedliche Techniken für eine Babymassage, die wir dir gerne im Folgenden vorstellen.

Die indische Babymassage

Bei der indischen Babymassage führen die Bewegungen der Hand vom Herzen weg und entspannen das Kind. Sie wurde von einem französischen Gynäkologen namens Frederick Leboyer entwickelt, der beobachtete, dass indische Mütter ihre Babys von Natur aus und ohne Anleitung massierten. Sie ölten ihre Kinder ein und strichen mit der flachen Hand über den Körper der Babys. Diese Technik hat Leboyer festgehalten und nach Europa gebracht.  

Die schwedische Babymassage

Die schwedischen Griffe sollen weniger entspannend, als vielmehr anregend wirken. Die Massagegriffe führen zum Herzen hin und kurbeln dadurch den Kreislauf an. Die schwedische Babymassage soll außerdem den Kreislauf anregen und das Nerven- sowie das Lymphsystem stärken.

Die Schmetterlingsmassage

Diese Massage wurde von der Kinderärztin Eva Reich entwickelt. Die Mutter legt dabei ihre symmetrisch gefalteten Hände auf den Körper ihres Kindes, hüllt es damit wie mit Schmetterlingsflügeln ein und streicht gleichmäßig über die Haut. Ideal ist diese Massagetechnik, wenn Mutter und Kind eine schwere Geburt hinter sich haben. Die Schmetterlingsmassage kann insbesondere bei Schreibabys dafür sorgen, dass ein besserer Kontakt zwischen Mutter und Kind hergestellt wird.

Die Loving Touch Massage

Diese Massage-Technik wurde speziell für traumatisierte und zu früh geborene Säuglinge entwickelt. Eine Hand bleibt immer fest beim Kind, um ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Mit der anderen Hand wird das Kind stimulierend gestreichelt, ohne zu starken Druck auszuüben. Während der Massage besteht Blickkontakt zwischen Mutter und Kind. Zum Abschluss der Massage wird das Baby einige Minuten lang sanft in den Armen gewiegt.

Fuß- und Handreflexzonenmassage

Die Massage der kleinen Babyfüße wirkt sich angenehm auf den ganzen Körper aus. Mit dem Daumen massierst du punktuell die gesamte Fußsohle. Wenn bestimmte Punkte stimuliert werden (diese lernst du während des Babymassage-Kurses kennen), dann wirkt sich die Fußreflexzonenmassage positiv sowohl auf den Magen und den Darm als auch auf den gesamten Kreislauf aus. Das gleiche gilt für die Handreflexzonenmassage, bei der du mit dem Daumen die Handinnenfläche in kreisenden Bewegungen bis zu den Fingerspitzen massierst.