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Anerkennungsjahr Erzieher

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Im Anschluss an die schulische Ausbildung zur Erzieherin, die wir in dem Artikel „Ausbildung zum Erzieher“ genauer beleuchten, findet in den meisten Bundesländern das einjährige Berufspraktikum statt. Dieses ist für den Abschluss zur staatlich geprüften Erzieherin zwingend notwendig, sofern das Bundesland nicht auf das Anerkennungsjahr verzichtet und die praktische Arbeit bereits in die schulische Ausbildung integriert.

Das Anerkennungsjahr schließt sich an die schulische Ausbildung zum Erzieher oder Heilerzieher, sowie an das Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik an. Es dient dazu praktische Erfahrung im direkten Arbeitsalltag zu machen und endet mit einem Kolloquium und, bei erfolgreichem Abschluss, der Erteilung der staatlichen Anerkennung

In manchen Schulen und Bundesländern ist das Anerkennungsjahr Teil der Ausbildung und wird entweder verteilt über die Ausbildungsdauer in Blöcken, oder im letzten Ausbildungsjahr am Stück absolviert. Das Schulamt kann Dir genaue Auskunft darüber geben, wie dies in Deinem Bundesland gehandhabt wird.

Bewerbung für das Anerkennungsjahr

Generell muss das Anerkennungsjahr in einer sozialpädagogischen Einrichtung abgeleistet werden, wie zum Beispiel in Kindergärten, Kindertagesstätten, Horten, Jugendheimen oder ähnlichen Institutionen. Die Praktikumsstelle für das Anerkennungsjahr suchst Du Dir selbst. Diese wird nicht von der Schule vermittelt, allerdings kann es natürlich sein, dass Deine Schule Adressen von Institutionen, welche ein Berufspraktikum anbieten, vorliegen hat.

Du musst bei der Auswahl der Stelle darauf achten, dass Du in der jeweiligen Einrichtung in Vollzeit arbeiten kannst. Das bedeutet zwischen 30 und 40 Stunden pro Woche. Darüber hinaus müssen sich in der gewünschten Institution Kinder oder Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren zur Betreuung befinden und eine pädagogische Fachkraft muss sich bereit erklären, die fachliche Anleitung der Berufspraktikanten zu übernehmen. Die Praktikanten schließen einen Vertrag mit dem Träger der jeweiligen Einrichtung ab, in dem Arbeitszeiten, Kündigungsfristen, Gehalt usw. geregelt sind. Zudem muss die Praxisstelle meist auch einen Vertrag mit der betreuenden Fachschule abschließen.

Viele Einrichtungen bieten jedes Jahr Stellen für das Anerkennungsjahr an. Hier kann Dir Deine Schule möglicherweise eine Liste geben. Die Agentur für Arbeit, sowie Jobbörsen und Stellenanzeigen helfen Dir ebenso dabei eine passende Praktikumsstelle zu finden. Zur Bewerbung gehören ein Anschreiben, ein vollständiger Lebenslauf und alle relevanten Zeugnisse. Auf ein Vorstellungsgespräch folgt häufig eine kurze Probephase, in der Bewerber und Einrichtung sich ein Bild voneinander machen können, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Neben einem Arbeitsvertrag zwischen Dir und der Einrichtung, in dem alle wichtigen Eckpunkte wie Dauer, Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen, Gehalt etc. geregelt werden, wird häufig auch ein Vertrag zwischen der Praktikumsstelle und der betreuenden Schule geschlossen.

Bei der Entscheidung für eine Institution spielen viele Faktoren eine Rolle. Überlege Dir vor allem gut, wo du später gerne arbeiten möchtest, lieber in einer Kindertagesstätte oder einem Jugendheim? Oder ist die Arbeit in einem Hort eher etwas, was Du Dir vorstellen kannst? Vielleicht liegt es Dir aber auch besonders, mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Schwierigkeiten oder im Bereich Streetwork zu arbeiten? Oder interessiert Dich die Arbeit mit Waisenkindern oder sogar Flüchtlingskindern, die ohne familiäre Bezugspersonen nach Deutschland gekommen sind? Je nachdem, wofür Dein Herz schlägt, ist es sinnvoll eine Stelle für das Berufspraktikum in dem angestrebten Bereich zu suchen. Das bietet den Vorteil, dass Du Dich in dem Jahr perfekt auf die spätere Berufspraxis vorbereiten kannst. Denn die verschiedenen Bereiche unterscheiden sich sehr stark im wirklichen Arbeitsalltag. Des Weiteren kannst Du während des Anerkennungsjahrs auch für Dich entscheiden, ob das wirklich der richtige Weg für Dich ist, oder ob Du vielleicht doch besser für einen anderen Zweig als Erzieher geeignet bist.

Dauer, Verkürzung und Vergütung

Für gewöhnlich dauert das Anerkennungsjahr zwölf Monate. Der Startzeitpunkt hängt vom Bundesland ab, ist aber zwischen dem 1. Juli und dem 1. September anzusiedeln. In seltenen Fällen kann das Berufspraktikum auch in Teilzeit absolviert werden und verlängert sich dadurch auf zwei Jahre. Wenn Du vor der Ausbildung zur Erzieherin ein freiwilliges soziales Jahr oder Zivildienst absolviert hast oder eigene Kinder großgezogen hast ist es denkbar, das Anerkennungsjahr auf sechs Monate zu verkürzen. Mit einem sehr guten Notendurchschnitt bei der Abschlussprüfung zur Erzieherin und einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur staatlich geprüften Kinderpflegerin oder staatlich geprüften Erziehungshelferin, besteht unter Umständen sogar die Möglichkeit, dass das Berufspraktikum ganz entfällt. In manchen Bundesländern ist das praktische Jahr Teil der schulischen Ausbildung.

Genaueres dazu kann Dir das Schulamt, die Arbeitsagentur oder die Fachschule, an der Du Deine Ausbildung absolvierst, sagen. Trotz der Möglichkeiten der Verkürzung, bestehen jedoch viele Stellen darauf, dass ein ganzes Jahr absolviert wird. Anderenfalls entfällt die Vergütung. Da es sich bei dem Anerkennungsjahr um ein Praktikum mit vorhergehender, abgeschlossener Ausbildung handelt, und Du voll eingesetzt wirst, liegt der Anspruch auf Bezahlung laut der Tarifgemeinschaft deutscher Länder bei einer 40 Stunden Woche bei 1623,54 € im Monat, Stand von 2019. Im öffentlichen Dienst gilt für das Anerkennungsjahr der Tarifvertrag für Praktikantinnen/ Praktikanten des öffentlichen Dienstes (TVPöD). Die meisten nicht öffentlichen Träger lehnen das Entgelt an diesen Tarifvertrag an.

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Ablauf des Anerkennungsjahrs

In Deinem Anerkennungsjahr arbeitest Du eigenverantwortlich und setzt das theoretische Wissen in die Tat um. Dabei steht Dir eine Fachkraft bei allen Fragen und Problemen zur Seite, und hilft Dir dabei, alle Abläufe und das angemessene Verhalten in Einzelfällen zu lernen. Neben der direkten Arbeit mit den Schützlingen, ist die Arbeit im Team, der Umgang mit den Eltern und Verwaltungsaufgaben Teil des Berufspraktikums. So wird ein guter Einblick in den späteren Berufsalltag vermittelt.

Während des Anerkennungsjahrs wirst Du weiterhin von Deiner Fachschule begleitet und erlernst auch weiterhin theoretische Inhalte. Diese werden beispielsweise an einem Tag in der Woche oder im Blockunterricht unterrichtet.

Im täglichen Arbeitsablauf unterstützt Du die pädagogischen Fachkräfte bei allen anstehenden Aufgaben. Daher ist das Berufspraktikum vergleichbar mit der Tätigkeit einer Kinderpflegerin. Darüber hinaus fallen Ausarbeitungen und Praktikumsberichte für die Schule an. Deine pädagogische Arbeit wird von Deinem Mentor begleitet und Du wirst immer wieder Rückmeldungen erhalten, ob Du Dich in Einzelfällen richtig verhalten hast, welche anderen Lösungsansätze es gibt und wie manches besser gehandhabt werden kann. Deine Leistung wird bei regelmäßig stattfindenden Lehrerbesuchen beurteilt. Für die Zulassung zur Prüfung musst Du auch hier am Ende des Praktikums gute Noten vorweisen können.

Was ist noch zu beachten?

Wenn Du nach der Ausbildung damit liebäugelst, in einem anderen Bundesland zu arbeiten, wäre es sinnvoll sich dort vorab schlau zu machen, ob die Ausbildung von Deinem Bundesland dort anerkannt wird. Es kann gut sein, dass Du Dein Anerkennungsjahr dann dort vor Ort absolvieren musst. Vor allem wenn Du in Bundesländern zur Fachschule gehst, in denen es kein zusätzliches Berufspraktikum gibt. Das Schulamt in Deinem und dem Zielbundesland kann hierzu genauere Auskunft geben. Da die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin in jedem Bundesland anders gehandhabt wird, besteht die Möglichkeit, dass Du Dich für das Anerkennungsjahr an einer Fachschule in Deinem Wunschbundesland anmelden musst um das Berufspraktikum dort zu absolvieren. Darüber hinaus kann es sein, dass Du Lehrinhalte nachholen musst, da die Lehrpläne unter Umständen voneinander abweichen.

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